Geburtstagskuchen, Grandma Gay, geschmolzenes Plastik

 

Heute konnte ich nicht solange schlafen, wie ich wollte, nein heute musste ich schon um halb 9 Uhr aus den Federn.

Diese Nacht hatte ich besser geschlafen als in der vorangegangenen. Der Wein hatte geholfen, oder vielleicht auch nur die frische Luft und die Action die mich so müde gemacht hatten, dass ich tief und fest schlafen konnte.

 

Als ich gerade in der Küche mein Frühstück zusammen suchte, kam Georgie, ebenfalls noch im Schlafanzug, nach unten.

"I heard that you wanted to bake a birthday cake for your grandma?", fragte ich sie und sie nickte. "Do you want me to help you?" "Yeees!"

Also würden wir zusammen den Kuchen für Grandma Gay backen. (Sie heißt natürlich nicht nur Gay aber es ist die Kurzform für ihren etwas zu komplizierten Namen. Darum sagen alle einfach Gay zu ihr.)

Ich fragte Georgie ob sie bereits ein Rezept ausgewählt hatte. Sie zeigte mir zwei aus einem Kinderkoch- und -backbuch, nur leider hatten wir nicht alle Zutaten im Haus. Ich schlug vor, dass wir ja im Internet ein Rezept suchen könnten, was wir auch gleich machten.

Wir entschieden uns für einen Spongecake (was auch immer das ist - so ein Schwammkuchen?!) und wir nahmen den Laptop mit in die Küche um dort alle Zutaten rauszusuchen.

Als wir die Margarine aus dem Kühlschrank holten, fiel uns plötzlich auf, dass auf der Packung ein Rezept für... einen Geburtstagskuchen!!

Und hey, auf der Mehlpackung ist hier in England übrigens auch ein Kuchenrezept!

 

Wir entschieden uns für den Margarinekuchen und fingen gleich mal an, den Teig zu mixen, denn um 11 Uhr würde Grandma Gay vor der Tür stehen und ihr Kuchen sollte bis dahin ja besser fertig sein!

Während der 30 Minuten in denen der Kuchen im Ofen verschwand, verschwanden wir in unsere Zimmer und ins Bad, denn auch gewaschen und angezogen sollte man sein, wenn die Oma kommt. Kurz vor 11 Uhr kam der Kuchen aus dem Ofen, aber die Grandma nicht zur Tür herein.

Das war gar nicht so schlecht, denn wir mussten noch die Glasur für den Kuchen machen und dafür war der wiederum noch zu heiß.

Um zwanzig nach 11 war der Kuchen fertig und wir hatten sogar noch Zeit, die Küche wieder aufzuräumen und da gab Teija auch schon Alarm.

 

Immer wenn sich eine Person, egal ob fremd oder Freund, sich dem Haus nähert, dreht sie völlig ab und bellt und springt herum und lässt so alle im Haus wissen "Hey, da kommt jemand!".

 

Gleich nach dem Mittagessen brachen die Mädchen mit ihrer Oma nach London auf, denn ein Geburtstags-Theaterbesuch stand an.

JP arbeitete heute zu Haus, wahrscheinlich damit ich nicht alleine war.

Ich entschied mich, gleich mal mit gutem Beispiel voran zu gehen und das Bügeln anzufangen.

Nach 5 Hemden und zwei Hosen machte ich eine Pause, zog das Kabel des Bügeleisens aus der Steckdose, stellte es auf die dafür vorgesehene Ablage und ging kurz nach oben in mein Zimmer.

Schließlich hatte ich mich genug ausgeruht, schaltete das Bügeleisen wieder ein und plättete munter die linke Schulter eines Hemds. Als ich das Bügeleisen jedoch wieder anhob - da war so ein komischer Geruch in der Luft - sah ich schwarze Flecken auf dem Stoff.

Natürlich hatte ich das heiße Eisen nicht zu lange auf der Hemdschulter stehen gelassen Aber was war das dann für ein Zeug auf dem Hemd?

Verwundert und entsetzt starrte ich auf das Bügeleisen, dann auf die Ablage. Dort, am Kabel war ein schwarzes, zusammengeschmolzenes Plastikteil. Wofür es ursprünglich mal da war, das kann ich nicht klar bestimmen.

Was ich aber wusste war, dass ich heißes, geschmolzenes, schwarzes Plastik auf JP's helles Hemd gebügelt hatte!!

 

Vollkommen schuldbewusst, entsetzt, ängstlich und mich selbst verfluchend zugleich, ging ich mit dem nun ruinierten Hemd zu JP um mich zu entschuldigen.

Während ich erklärte und "I am so sorry!!" vor mich hinmurmelte, stiegen mir Tränen in die Augen.

Klasse, gleich am zweiten Tag schaffst du es, JP's Hemd zu ruinieren.

Dieser aber nahm das ganz gelassen. Ist doch nicht schlimm, das passiert doch jedem mal. Gerade zu erfreut informierte er mich, dass er das Hemd ja jetzt für die Gartenarbeit anziehen könnte!

Na das ist aber gerade noch gut gegangen... Ich reinigte das Bügeleisen von dem noch immer heißen Plastik und bügelte dann - um einiges vorsichtiger - weiter.

 

Gegen sechs Uhr kamen die Frauen der Familie wieder nach Hause. Wir aßen alle gemeinsam, wir "großen" tranken Wein und erst Ella, dann Georgie gingen ins Bett.

Auch ich war ziemlich müde und war froh, endlich in meinem großen und äußerst gemütlichen Bett in die Kissen sinken zu können.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Centrifugal Juicer (Montag, 22 April 2013 13:52)

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