Let's go to Hollywood! - und danach ab ins Bett

 

Nach einer leider doch etwas kurzen Nacht wurde ich am Freitag viel zu früh geweckt. Immerhin hatte Ella ihre Drohung, alle um 6 Uhr morgens aus den Betten zu trommeln, nicht wahr gemacht, viertel vor 7 war aber für mich noch immer nicht die optimale Aufstehzeit.

 

  Ella und ich frühstückten schnell, dann ging es auf zum Bus, wobei sie einen riesen Button (etwa 15cm Durchmesser) mit der Aufschrift „Birthday Girl“ trug. Sie war wirklich sehr aufgeregt wegen ihres Geburtstages und wollte so viele Leute wie möglich darauf aufmerksam machen. So auch die Mutter, die ihre Tochter bisher jeden Morgen zur selben Bushaltestelle brachte. Ganz verwundert stellte sie fest „Oh, hat da etwa jemand GEBURTSTAG?“ und Ella nickte stolz.

 

  In der Sprachschule lernte ich heute Madeleine kennen. Sie kommt auch aus Deutschland, macht ebenfalls Au Pair und - die größte Überraschung - sie wohnt nur etwa 10 Minuten entfernt von mir. Nach dem Unterricht bummelten wir gemeinsam durch die Stadt und aßen schließlich zusammen Mittag: Pommes für uns beide, einen Burger für sie und einen Hotdog für mich. Yummy!

 

Gegen halb vier nachmittags kam ich dann endlich zu Hause an. Eigentlich hatte ich vorgehabt, Claire bei den Partyvorbereitungen zu helfen und folglich früh aus der Stadt zurückzukehren. Jetzt war allerdings schon fast alles vorbereitet und zusammen gingen wir schließlich um vier Uhr Ella und ein paar ihrer Gäste vom Schulbus abholen.

Die Mädels verschwanden nach oben in Ellas Zimmer um sich umzuziehen, sich ein bisschen zu schminken, eben sich aufzubrezeln.

  Denn in weniger als zwei Stunden würden sie nicht mehr in St. Albans sein, sondern in Hollywood, um Ellas 10. Geburtstag zu feiern!

Und tatsächlich, gegen 18 Uhr waren alle Gäste (beinahe 30 hübsche und hollywoodreife Mädchen) im Wohnzimmer versammelt, um zu feiern.

 

Mein Job auf der Feier war die Starfotografin. Sobald ein Sternchen den „V.I.P. Bereich“ und somit den roten Teppich betrat, war es an mir, ihre Schokoseite auf einem Foto festzuhalten.

Ein paar Mädels waren eifrig am Posen, andere lächelten nur schüchtern und verschwanden dann schnell zum Rest der Gruppe in die Lounge.

Nach 2 ½ Stunden Party, Tanzen, Spielen, Essen und Cocktails (von Georgie und Dom gemixt) war die Feier dann (endlich!!) vorüber.

Jetzt allerdings ging es noch ans Geschenke Auspacken. Man glaubt es kaum, wie viel Geld Ella in bar und in Gutscheinen geschenkt bekommen hat, die ganzen anderen Geschenke darf man ja auch nicht außer Acht lassen. Aber das ist wohl so, wenn man 30 Geburtstagsgäste laden darf! :-)

 

Als endlich alle Geschenke ausgepackt und mit den zugehörigen Karten auf dem Tisch sortiert waren, verabschiedete ich mich und sank um halb 11 mehr als erschöpft in die Kissen.

 

Und da blieb ich auch bis 10 Uhr morgens am Samstag liegen. Eine gemeine Erkältung hatte mich überfallen und übermannt.

Geschlafen hatte ich natürlich nicht die beinahe 12 Stunden, leider hatte mir meine Nase das nicht gegönnt und so lag ich teilweise mit „zuer Nase“ im Bett und hörte mir Folgen der „???“ an.

Um 11 war ich dann frisch geduscht und schaufelte Frühstück in mich hinein.

 

Georgie surfte währenddessen im Internet. Sie hatte sich (durch mich inspiriert, wobei sie das später noch leugnen wird) in den Kopf gesetzt, dass sie eine Kamera haben wollte. Sie hatte bereits ein bisschen mit meiner Kamera rumprobiert und suchte nun nach einem passenden Modell für sich. Eine Spiegelreflex wollte sie nicht, auch keine wechselbaren Objektive aber wiederum auch keine Mini-Digitalkamera zum „Knipsen“.

Sie fragte mich also, was ich ihr empfehlen würde und zusammen lasen wir ein paar Kamerakritiken im Internet durch. Als JP in die Wohnküche kam, bestürmte George ihn sofort mit dem Wunsch, eine Kamera kaufen zu wollen.

Zusammen fuhren wir in die Stadt, schauten uns diverse Kameras in verschiedenen Läden an und Georgie entschloss sich schließlich für eine von ihnen.

Die frische Luft und Bewegung hatten mir gut getan, allerdings war ich nun auch ziemlich fertig und als wir wieder zu Hause ankamen, blockierte ich das Wohnzimmer in dem ich 4 Stunden lang auf dem Sofa liegend Grey’s Anatomy schaute, während die Mädchen beim Stage Coach waren.

 

Abends gingen JP und Claire aus, aber zum Glück (wahrscheinlich aufgrund der Party) waren die Mädchen ziemlich kaputt und gingen so ohne zu murren oder diskutieren ins Bett.

Aufgrund meiner Erkältung folgte ich dem Beispiel der Mädchen uns so lag ich bereits um halb 10 erschöpft und erlöst im Bett.

 

Ach ja, beinahe hätte ich das vergessen.

Die Torte, die mich Donnerstagabend so lange noch wach- und in Atem gehalten hatte, wurde am Freitag skeptisch von Ella betrachtet, dann wurde mit einem Finger die Konsistenz getestet, mit dem Ergebnis, dass Ella die Torte für nicht essenswert hielt und ich auch kein Dankeschön dafür erhielt.

Toll, ich backe bestimmt nicht noch einmal irgendwas für sie!!

 

  Zum Glück fand mein Meisterwerk (ja, das Experimentieren hatte sich als ein voller Erfolg erwiesen!!) bei dem Rest der Familie Anklang und auch bei Martin, JP’s Fahrrad-fahr-Partner und Vater von Dominique, dem ich ein Stück zukommen ließ.

 

 

 

 

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