Gute und schlechte Tage...

 

  Montag war einer der guten Tage. Ella schaffte es am Morgen schneller als gewohnt, sich anzuziehen, die Zähne zu putzen und zu frühstücken und so konnten wir heute sogar noch etwas Fernsehen bevor wir aufbrechen mussten. Im laufenden Programm sangen die Darsteller ein in England relativ bekanntes Kinderlied, welches ein echter Ohrwurm war und als Ella und ich zusammen zur Haltestelle gingen, konnten wir nicht aufhören, das Lied zu singen und herum zu albern. Barry’s Cab - oder war es doch Brian’s Taxi? – war spät dran und so saßen wir dort auf der Bank im Wartehäuschen und sangen:

„Row, row, row your boat, gently down the stream, merily, merily, merily, merily, life is but a dream“

wobei uns die vorübergehenden und -fahrenden Leute verwirrt anstarrten.

Wir beide aber hatten unseren Spaß :)

 

In der Sprachschule fragte mich Juliet nach dem Unterricht, ob ich Freitag nicht vielleicht den Advanced Kurs ausprobieren wollte. Sie fragte mich!

Nach dem ich so lange immer wieder gefragt und genervt hatte, bekam ich jetzt den Erfolg meiner Hartnäckigkeit zu sehen – oder hatte Juliet einfach nur erkannt, was für ein Englisch-Genie ich war? :D

 

Dienstag war ein nicht so entspannter Morgen wie am Tag zuvor.

Zum einen, weil ich Montagabend noch im Slug and Lettuce war, ich erst gegen 12 ins Bett gekommen bin und somit weniger als 7 Stunden geschlafen hatte. Zum anderen, weil Ella um halb 8 einfiel, dass ja heute ein Fototermin in der Schule war und sie deswegen unbedingt noch schnell ein Bad nehmen musste.

Um zehn vor 8 war sie endlich unten in der Küche – 10 Minuten bevor wir losgehen mussten – und mit Mühe konnte ich sie dazu bringen, wenigstens ein bisschen was zu essen und zu trinken.

Für mehr wäre allerdings auch keine Zeit mehr geblieben.

Kurz nach 8 liefen wir dann zur Haltestelle, wo Brian bereits auf uns wartete.

 

  Nach einem zweiten Frühstück für mich ging ich mit Teija zum Feld. Zu Anfang waren wir beide ganz allein dort und drehten unsere Runde. Am Ende, gegen viertel nach 9h, tummelten sich 7 Hunde auf der Wiese, spielten, rannten umher und hatten jede Menge Bewegung. (In Zukunft werde ich jetzt wohl immer erst gegen 9 Uhr mit Teija rausgehen, damit sie möglichst viele Spielgefährten treffen kann!)

Dieser Spaziergang entschädigte mich für den stressigen und nicht so angenehmen Morgen mit Ella.

 

Abends skypte ich mit Mama und Papa und erzählte ihnen von den letzten Erlebnissen. Nebenbei schrieb ich noch mit Heide, der Nachbarin und Freundin meiner Großeltern, und verabredete mit ihr, dass sie Omi und Opi in einer halben Stunde zu sich holen würde, damit wir uns auch mal sehen und hören konnten.

Nachdem ich also zuerst mit meinen Eltern eine Stunde geskypet hatte, skypte ich noch eine weitere Stunde mit Omi, Opi und Heide und hatte somit einen wunderbaren Tagesabschluss.

 

Am Donnerstagmorgen entschied ich mich, Teija mal etwas Abwechslung zu bieten.

Ich packte Leckerlies für sie, etwas zu trinken und ein zweites Frühstück für mich ein, hängte mir meine Kamera um und startete den morgendlichen Spaziergang.

Mein Ziel war der Verulamium Park.

Leider verirrte ich mich jedoch und stand plötzlich vor einer alten Klosterruine. Es war wunderschön, die Sonne zwischen den verfallenen und teilweise mit Gräsern bewachsenen Mauern aufsteigen zu sehen.

Ich setze mich in ein wohl ehemaliges Fenster, packte mein zweites Frühstück aus und brunchte mit der Sonne im Gesicht. Teija lief auf der Wiese umher, jagte Tauben hinterher und spielte mit einem anderen Hund, dessen Herrchen ebenfalls diese Richtung eingeschlagen hatten.

Mein eigentliches Reiseziel, den Park nahm ich mir für einen anderen Tag vor, nun wurde der Rückweg eingeschlagen.

 

Da Teija ja eigentlich schon ziemlich gut auf mich hörte und keine Straße in der Nähe war, lief sie ohne Leine neben mir her – bis sie plötzlich auf der anderen Uferseite eines Flusses Tauben und Eichhörnchen sitzen sah - und nahm reiß aus!

Da stand ich nun, mit Leine und Leckerlies in den Händen und rief verzweifelt „Teija, come here! Come here, Teija!! Teizy, what’s this? Come on Baby, come here! Come here immediately!!”

Nach zehn Minuten war Teija dann die Lust am Jagen vergangen und vielleicht roch sie auch die Leckerlies, die ich verzweifelt in der Luft hin und her geschwenkt hatte.

  Jedenfalls kam sie wieder an das Ufer an dem ich stand. Böser Hund!!

Schnell nahm ich sie an die Leine und zog sie hinter mir her, schnell weg hier!

Sobald wir um die nächste Ecke kamen, nahm ich zwei Leckerlies aus der Tasche, ließ Teija sich hinsetzen und belohnte sie dafür. Ich nahm ihr die Leine wieder ab und zeigte ihr das zweite Leckerli. Von wegen, „Wenn du brav bist und mir folgst, kriegst du was feines!“ und tatsächlich folgte sie mir wieder. Zum Glück!

 

Spätnachmittags, als Georgie von der Schule kam, bügelte ich im Wohnzimmer und schaute währenddessen Grey’s Anatomy. Sie setzte sich dazu und drängte mich, nachdem die eine Folge zu Ende war, die nächste DVD zu holen um weiter schauen zu können. Ich hatte sie mit dem Grey’s-Fieber infiziert :-)

 

 

 

 

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