Ein Ausflug-reiches Wochenende

Obwohl es Samstag war, konnte ich nicht allzu lange ausschlafen. Madeleine, Anaïs, Raquel und ich wollten gemeinsam nach London.

Unsere erste Station war das Westminster Abbey, dort sahen wir uns die Kirche (zumindest von außen) an und schlenderten durch die Straßen.

Nach einem heißen Kaffeegetränk für jeden in einem recht bekannten Coffeeshop ging es weiter. Maddy und ich fotografierten eifrig um die Wette - beim späteren Anschauen der Bilder fiel auf, dass wir beide zumeist die gleichen Motive hatten.

Die nächste Station war das Harrods, dort kann man sich ja wirklich stundenlang verlaufen und immer neue Dinge entdecken. Dies taten Raquel und Anaïs auch ausgiebig und obwohl Madeleine und ich mit ihnen eine Zeitbegrenzung ausgemacht hatten, standen wir am Ende eine halbe Stunde wartend draußen, ohne sie erreichen zu können.

Als die zwei anderen sich dann endlich genug rumgetrieben hatten, brachen wir zum Piccadilly Circus auf, denn wir zwei Fotografinnen wollten ein paar schöne Aufnahmen machen. Allerdings waren zwei der größten Leinwände komplett zugehängt uns so hielten wir uns dort nur kurz auf.

Stattdessen statteten wir vier dem m&m Museum einen Besuch ab. Auf mehreren Etagen konnte man die kleinen bunten Schokolinsen, T-Shirts, ihre Spender und sonstigen Ramsch anschauen und kaufen.

 

Mittlerweile war es spät geworden und das viele Gelaufe hatte nicht nur unsere Beine müde gemacht.

Im Gegensatz zu Anaïs und Raquel, die lieber erst den Zug um 5 Uhr morgens nehmen wollten, kamen Madeleine und ich gegen 10 Uhr abends in St Albans an.

 

  Dann war aber keineswegs daran zu denken, sofort ins Bett zu fallen, auch wenn mir das in dem Moment am liebsten gewesen wäre. Nein, es musste gepackt werden für meinen Cambridge-Trip am nächsten Tag.

 

Wieder mal viel zu früh ging es aus den Federn, mein Wecker klingelte um fünf nach sieben. Im Schnelldurchgang duschte und frühstückte ich, machte mir einen kleinen Reiseproviant bereit und nahm Gepäck und Beine in die Hand. Auf zum Bahnhof!

Dort standen Claudia und Lea-Mara bereits, die Fahrkarten wurden noch schnell gekauft und dann ging es zur ersten Station nach London.

Dort hatten wir eine kleine Pause, bis es dann nach Richtung Cambridge weiterging. Es war etwa 11 Uhr als wir den Bahnhof der Universitätsstadt erreichten. Davor stehend bemerkten wir, dass sich keine von uns den Weg zum Hostel angeschaut hatte. Auf „Gut Glück“ zogen wir los und wenig später hatten wir sogar Erfolg.

  Wir durften unsere Taschen im Gepäckraum abstellen und wurden informiert, dass wir ab 15 Uhr ins Zimmer durften, um unsere Betten zu besetzen.

 

Um die ersten Stunden schon zu nutzen, stiefelten wir in die Innenstadt hinein. Ich muss sagen, dass Cambridge einfach schon auf den ersten Blick einen mit seiner Schönheit verzaubert - ganz besonders im warmen Sonnenlicht und davon hatten wir heute ganz besonders viel!

Nach einem kurzen Blick in eine kleine Kirche setzten wir unseren Weg fort und landeten so auf dem Campus der ersten Uni. Da wir drei alle etwas hungrig waren und wir unseren Ballast loswerden wollten, entschieden wir uns einfach hier zu unser frühes Mittag abzuhalten.

Hier stellte sich aber die erste Schwierigkeit ein: Betreten-Verboten-Schilder auf allen allzu grünen Wiesen.

Während unseres Rundgangs zuvor hatten wir uns auch voller Respekt daran gehalten. Jetzt aber lockten die Sonne und das duftende Gras doch schon sehr verlockend. Was sollten wir jetzt nur tun? Riskieren, von einem verärgerten Gärtner oder Hausmeister verscheucht zu werden?

Da sahen wir unsere Rettung: eine Bank mitten auf einer großen Rasenfläche. Und die stand bestimmt nicht nur einfach so da, sondern damit man sich darauf setzen konnte. Und dafür musste man den Rasen betreten.

Wir nahmen also all unseren Mut zusammen und machten den ersten Schritt.

Keinen der umhergehenden Menschen schien es zu stören, dass wir uns dem Verbot widersetzten.

Gut. Also machen wir es jetzt einfach!

Schließlich picknickten wir ausgiebig auf einer grünen Wiese umgeben von schönen Unigebäuden und beschienen von der strahlenden Sonne. Herrlich!

Nach dem wir unsere Proviante bis auf kleine Reste geleert und unsere Bäuche gefüllt hatten, machten wir noch ein Fotoshooting. Claudia und Lea machten graziöse Sprünge, wir posten zusammen in einem Baum und schossen unsere "Familienfotos" auf der Treppe eines der Studentenwohnheime.

 

 

Gegen zwei machten wir uns dann auf zurück zum Hostel mit dem Ziel, vielleicht schon früher ins Zimmer und somit die besten Betten aussuchen zu können.

Allerdings hatten wir Pech, alle Betten waren bereits bezogen und so konnten wir nur noch die drei übrigen unter uns aufteilen.

Während wir in unserem 6-Bett-Zimmer noch kurz entspannten, kam eine unserer Nachbarinnen an, eine Französin.

Sie schien ganz nett und aus angeborener Höflichkeit boten wir ihr ein Stück unserer kalten Pizza an. Sie nahm dankend ein Stück, erzählte uns von ihrer Reise soweit und  - anstatt nach dem einen angebotenen Stück aufzuhören, berichtete sie uns, dass sie ja so hungrig aber zu faul war, um sich selbst was zu holen und langte noch drei, vier Mal zu.

Als nur noch zwei kleine Stückchen in der Tupper verblieben waren, zog ich sie ihr unauffällig weg und wir drei meinten, dass wir jetzt ja auch mal wieder los sollten um noch was von der Stadt zu sehen! So schnell es ging, verließen wir das Hostel, damit ihr nicht eventuell einfiele, dass sie uns ja begleiten und vielleicht noch mehr von unserem Essen essen könnte.

 

Das Wetter war einfach einzigartig gut für Ende Oktober (!!!) und so genossen wir noch zwei weitere Unis und den Anblick der atemberaubenden Architektur mit warmem Sonnenschein.

Am Ende des Tages, es wurde schon langsam dunkel, bekamen wir doch ein bisschen Hunger, doch wo bekamen arme Au Pairs wie wir ein nahrhaftes und günstiges Mal? Endlich entschieden wir uns dann, uns in einer Pizzeria niederzulassen. Langsam taten uns die Füße doch auch schon weh und die Müdigkeit nach einem langen Tag machte sich breit.

Nachdem unsere Bäuche gefüllt und zufrieden mit uns waren, blieben wir noch ein bisschen sitzen, entspannten und quatschen. Dabei fiel uns auf, dass unsere Tischnachbarn sich auch irgendwie deutsch anhörten. Wir lauschten noch eine Weile um uns auch wirklich sicher zu sein.

Wir lagen richtig, unsere Tischnachbarn kamen aus Süddeutschland und einer stammte ursprünglich aus Österreich (worüber sich Lea aus dem Schwabenlande und Claudia aus Austria sehr freuten).

Als alle Pizzen und Desserts bezahlt waren, entschieden wir uns noch auf einen Cidre in einen Pub zu gehen und so wurde der Abend doch länger als geplant.

 

Gegen halb 12 lagen wir dann endlich in den recht schmalen und mit sehr kleinen Bettdecken ausgestatteten Stockbetten. Eigentlich hatten wir erwartet, dass mindestens eine unserer Mitbewohnerinnen schon im Bett war, allerdings lagen wir mit dieser Vermutung falsch und so entschieden wir uns, das Licht vorsorglich anzulassen, damit wir nicht vom ständigen an- und ausschalten geweckt werden würden.

An alle, die genauso wie ich bisher noch keine Erfahrungen mit Hostels gemacht haben - es ist auf jeden Fall ein Erlebnis :)

 

Die Nacht war für keine von uns besonders ruhig gewesen, allerdings hatte zumindest ich auf meiner dünnen Matratze besser geschlafen als gedacht.

Der Unruhe im Zimmer vor 7 Uhr zufolge, erwartete ich, mindestens drei Betten leer vorzufinden. Stattdessen aber lagen alle anderen noch tiefschlafend im Bettchen, was mich etwa genauso wunderte wie, dass alle anderen scheinbar keine Lust aufs Frühstück hatten.

Nur Claudia, Lea und ich pellten uns um halb 8 Uhr aus den Betten um unsere mittlerweile wieder leeren Bäuche zu füllen.

Anschließend ging es in die Innenstadt. Allerdings war es kalter als erwartet und da wir unseren Rucksack leider eher mit Verpflegung als warmenden Textilien gefüllt hatten, froren wir ein bisschen.

Es ging weiter mit unserer Tour von College zu College und wir waren echt ziemlich neidisch, dass wir nicht in so einem tollen Gemäuer studieren konnten.

Schließlich war es Zeit für unseren "Punting"-Trip.

Was Punting ist?

Cambridge wird nicht umsonst mit Venedig verglichen, denn das Gondel fahren dort ist hier das Punting.

Es war wundervoll entspannend sich da über den Fluss schippern zu lassen und nebenbei die schönen Häuser und Gärten aus einer anderen Perspektive zu sehen und fotografieren.

 

Nach der schönen Bootstour picknickten wir noch schnell um anschließend über Wiesen, Brücken und Gräben zu spazieren.

Letzteres brachte uns einen ungeahnten Vorteil ein.

Wir wollten gerade "von hinten" den Campus des St. Johns' College betreten und dachten, anstatt noch 5 Minuten zu gehen und die Brücke dort hinten zu überqueren, könnten wir auch einfach schnell durch den Graben hier.

Gesagt, getan.

Schon waren wir auf dem Gelände der Universität.

 

Schnell packte ich noch mal mein Stativ aus um noch mal ein Gruppenfoto von uns dreien zu schießen.

Verbotenerweise mussten wir dazu auf der Wiese stehen, obwohl auch hier kleine Schilder darauf hinwiesen, dass dies nicht erlaubt war. Egal, für ein paar Bilder sollte es reichen.

Hier allerdings lief Personal herum, das die Besucher auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen und so mussten wir uns beeilen, sodass wir fertig waren, bevor der Aufpasser an unserer Ecke angelangt war.

Wir waren erfolgreich.

 

Als wir genug gesehen hatten, spazierten wir durch das Eingangstor wieder hinaus. Dabei fiel uns ein Schild auf - um dieses College besichtigen zu können, hätten wir eigentlich Eintritt bezahlen müssen. Da hatten wir ja noch mal Glück gehabt! :)

 

Der Tag ging schnell rum, auf einmal war es schon 16 Uhr und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Hostel um unser Gepäck abzuholen und den Heimweg einzuschlagen.

Um 19 Uhr wieder in meiner Straße angekommen, betrat ich das leere Haus, meine Hostfamily war übers Wochenende auf einem Trip nach Norfolk und würde erst morgen wieder kommen.

Schnell packte ich aus, aß eine Kleinigkeit und machte mich frisch, um viertel nach 8 Uhr nahm ich den Bus in die Stadt. Schließlich war es Montag - Slug and Lettuce Abend!

Lea hatte ihren Laptop mitgebracht und wir anderen unsere Speicherkarten mit den Fotos.

Neben dem Essen wurde nun also gleich mal den restlichen Mädels von unserem Abenteuer Cambridge erzählt und mit Bildern unser Bericht untermalt.

um Mitternacht fand ich dann auch endlich den Weg ins Bett und meine Augen waren dankbar, endlich zufallen zu können.

Das war ein Wochenende :)

 

So, ihr könnt alle Maren danken, die mir mit ihrem außerordentlich netten Gästebucheintrag in den Hintern getreten hat! :)

 

 

 

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