Eingewöhung

Es ist Dienstag, der 10. Januar. Am 3. Januar ging mein Flieger von Hannover zurück nach England. Zurück an die Arbeit und in mein Leben hier. Jetzt hat es fast eine Woche gedauert, bis ich mich mal wieder hinsetzen und schreiben konnte. Bisher war ich sehr damit beschäftigt, wieder hier Fuß zu fassen und meine Freunde hier zu treffen und mich vom Heimweh abzulenken.

 

Nachdem ich hier angekommen bin, hat JP meine Taschen in mein Zimmer gebracht und die Mädels haben mich gleich eingenommen "Wir haben Sims 3 für den PC!" - "Wir müssen Wii spielen!"

Dann saß ich auch den ganzen Tag mit ihnen zusammen und wir haben gespielt und so weiter.

Am Ende des Tages war ich soweit dann auch über meine Müdigkeit hinweg und so habe ich mich noch mit Krista zum Pool spielen getroffen.

Gegen 11 Uhr war ich dann zu Hause und im Bett. Endlich.

 

Am nächsten Morgen konnte ich auch ein wenig mehr schlafen, aber ich dachte mir, ich sollte die Mädels nicht allzu lange allein lassen.

Ella saß natürlich schon länger vorm Computer und spielte Sims. Ich glaube sie hat ihre Computerzeit für die Woche bereits lange überschritten :-)

Georgie schlug vor, Pfannkuchen zu machen und damit waren wir alle recht glücklich.

Als es dann auf den Mittag zu ging, fragte ich, ob sie mit  dem Mittagessenvorschlag zufrieden waren. Die beiden konnten sich allerdings nicht wirklich einigen und fingen dann an zu diskutieren und zu streiten und das wurde mir dann irgendwie zu viel. Während die beiden dann wieder weiter am Pc und der Wii spielten, anstatt mir eine Antwort zu geben, machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer.

Auf einmal hörte ich Schritte auf der Treppe, Ella und Georgie kamen hoch, um nach mir zu sehen.

Schnell wischte ich meine Tränen weg und öffnete ihnen die Tür nachdem sie angeklopft hatten.

Die beiden sahen mich an und Ella meinte, „Es ist okay, komm mit uns nach unten und ich mache dir eine Wärmflasche fertig!“

Ich habe nämlich von meinen Hosts eine Wärmflasche zu Weihnachten bekommen, weil mir ja immer kalt ist :)

Als wir dann unten waren, haben wir zusammen Wii gespielt und so haben mich beide gut abgelenkt von meinem Kummer.

Nachmittags kam dann noch Dominique vorbei und so spielten wir eine halbe Ewigkeit an der Wii, aber es hat echt Spaß gemacht!

 

Donnerstag hatte Georgie ein Playdate, sie ist mit ihrer Freundin und deren Mutter nach London gefahren.

Ella und ich hatten beschlossen, nach Hemel Hempstead ins Schwimmbad zu fahren.

Wir nahmen den Bus um 12.30h ins Zentrum um dort dann um Viertel vor den Bus nach Hemel zu nehmen. Allerdings war unser erster Bus verspätet und so gingen wir noch kurz etwas zu Essen einkaufen um dann wieder an der Haltestelle zu stehen.

An diesem Tag war es leider außergewöhnlich kalt und dummerweise hatte der Bus zwanzig Minuten Verspätung. So froren wir uns Ohren, Nasen, Füße und Hände ab.

Noch blöder war, dass ich leider nicht nach der Station gesucht hatte, an der wir aussteigen mussten. So stiegen wir einfach im Zentrum von Hemel aus um dort nach dem Weg zu fragen.

Tja, wir hätten einfach noch zwei Stationen weiter fahren müssen. Dies taten wir dann auch mit dem nächsten Bus.

Endlich, um 2 Uhr waren wir am Schwimmbad.

Ella und ich hatten eine Menge Spaß, wir schwammen, rutschten spielten Fangen im Wasser und so waren wir nach 2 Stunden ziemlich fertig. Claire holte uns (zum Glück) um halb 5 ab und eine halbe Stunde später lag ich ihm Bett um zu schlafen.

Abends wollten meine Freunde und ich uns für Cocktails treffen.

Am Ende allerdings hatten alle anderen abgesagt und ich saß dann mit Keygan am Tisch und wir tranken Cocktails. Lea, die das ganze eingefädelt hatte, war so enttäuscht und sauer, dass alle anderen abgesagt (und wir nicht rechtzeitig zugesagt) hatten, dass sie um halb 9 bereits im Schlafanzug lesend im Bett lag und keine Lust mehr hatte, nachzukommen.

Egal. Um halb 11 war ich dann wiederum im Bett um den immer noch fehlenden Schlaf nachzuholen.

 

Freitag. Ich stand um halb 10 auf. Da die Family um halb 11 sich auf den Weg nach Center Parks machen wollte, hatte ich also soweit frei.

Teija und ich machten einen schönen langen Spaziergang, denn die letzten Tage war sie immer recht kurz gekommen.

Auf dem Weg zur Klosterruine kamen wir an einer Ansammlung von Schreberbeeten vorbei. Da es die letzten zwei Tage besonders stürmisch gewesen war, waren einige kleine Hütten und Treibhäser einfach umgeweht, verbogen und zerstört worden. Es sah echt übel aus.

Etwas weiter war ein Baum einfach auf den Weg gestürzt und blockierte quasi alles. Ich musste mit Teija durchs Gebüsch klettern, um weiter zu kommen :-)

Als ich am Nachmittag nochmals diesen Weg ging, hatte man den Baum bereits aus dem Weg geschafft.

Das Haus war über die zwei Wochen in denen ich weg war, bestimmt nicht oft geputzt worden und ich hatte wenig Lust, mich jetzt daran zu machen anderer Leute Dreck wegzumachen.

Stattdessen schrieb ich meine Freundinnen an, ob sie Lust auf einen Mädelsabend bei mir hatten.

Wir waren zu siebt, aßen, quatschten und spielten Wii zusammen. Es war echt lustig!

Gegen 2 konnte ich dann auch endlich schlafen :)

 

In der Nacht zum Samstag hatte ich irgendwie nicht so gut geschlafen und so lag ich um 7 Uhr hellwach in meinem Bett, unfähig wieder einzuschlafen.

Nach einer halben Stunde entschied ich mich dann aufzustehen und nach unten zu gehen.

Ich machte mir einen Tee und chillte mich aufs Sofa um Fern zu sehen und kringelte mich schläfrig zusammen. Nach zwei Stunden ausruhen – mit geschlossenen Augen – beschloss ich, den Tag mit einem richtigen Frühstück zu beginnen. Gegen 11 ging ich mit Teija raus, es war ein echt schöner Morgen.

Um halb 4 kam Grandma Gay mit Carl vorbei um Teija abzuholen.

Ich war mir nicht sicher gewesen, ob ich den Hund wirklich das ganze Wochenende lang bespaßen wollte und glücklicherweise hatten die zwei sich bereiterklärt, sie für die restliche Zeit zu sich zu nehmen.

Nachmittags schrieb ich mit Chloé, einem französischen Au Pair, das sehr unter Heimweh litt.

Sie fragte, ob ich auch zu der Abschiedsfeier von Keygan gehen würde und ob wir vorher zusammen Abendessen essen wollten.

Keygan war im letzten Monat einer meiner besten Freunde hier geworden, jetzt allerdings hatte er einen Job in Australien angenommen und würde in ein paar Tagen abreisen.

Da es mit Chloé etwas schwierig ist, sich zu unterhalten, lud ich sie zu mir ein und fragte außerdem noch Madeleine und Lea, ob sie kommen wollten.

Lea sagte leider ab aber so waren wir wenigstens zu dritt!

Gegen 8 Uhr fuhren wir dann in die Stadt zu der Bar in der die Feier stattfinden sollte. Unterwegs sammelten wir noch Krista und Lea auf. Wir waren dort so ziemlich die jüngsten, aber das war uns vorher schon klar gewesen.

Auf der Feier lernten wir Lou, eine gute Freundin von Keygan kennen, die sich den Großteil des Abends mit uns unterhielt, sie war total lieb und sehr interessiert an unserer Arbeit als Au Pair.

Sie selbst war gerade in den letzten Zügen ihrer Krankenschwester-Ausbildung.

 

Sonntag. Eigentlich wollte ich um 11 Uhr erst aufstehen aber leider wurde ich von Maddy bereits um 10 geweckt.

Wir wollten heute nach Hatfield fahren. Dort ist ein Shoppingcenter mit sehr vielen Outlets und einem Kino.                              

Allerdings stand unser Trip wohl unter keinem so guten Stern, der erste Bus kam zu früh, so dass er gerade an uns vorbeifuhr, bevor wir überhaupt merken konnten, dass es schon unserer war.

Der zweite Bus kam dann glücklicherweise – mit zwanzig Minuten Verspätung!

Als wir dann im St Albans Stadtzentrum waren, hält der Fahrer plötzlich an, steigt aus und holt sich erst mal einen Snack in der Bäckerei. Ooookay!!

  Eine halbe Stunde später als im Fahrplan geschrieben, waren wir dann da.

Wir liefen gleich in den ersten Laden rein, das war auch die beste Wahl dort gewesen. Maddy fand dort ein T-Shirt für £21, legte es aber erst mal zurück – das war für ein armes Au Pair doch schon etwas viel!

Die nächsten Läden waren nicht so unser Ding, denn eigentlich suchten wir beide nach einer neuen Jeans. Die Läden dieses Shoppingcenters schrieben aber eine andere, sehr klare Kleiderordnung für Mädchen und Frauen vor: Kleider und Röcke!

Um 4 Uhr  dachten wir uns dann, gehen wir mal zum Kino und schauen uns einen der drei Filme an, die uns interessierten. Leider hatten wir aber die Zeiten verwechselt, 15:30h oder 17:30h.

Die letztere Vorstellung wäre aber zu spät gewesen, weil wir dann unseren Bus nach Hause verpasst hätten.

Also gingen wir einfach bei McD was essen und waren dann um 6 Uhr zu Hause.

Wir wollten mal den neuen Fernseher bei mir ausprobieren und – Oh Glück – der Teufel trägt Prada läuft gerade!

Um 8 Uhr ist Maddy dann nach Hause und ich ging um halb 11h ins Bett.

 

Montag, die letzte Möglichkeit um Auszuschlafen!

Ich habe wirklich bis 11 Uhr morgens gepennt, endlich mal! Und habe in jeder Minute beim Aufwachen gebetet, dass wenn ich runter gehe, Su bereits dabei ist, alles zu putzen und zu polieren.

Leider war sie allerdings um 12h noch nicht da und so nahm ich selbst den Staubsauger in die Hand.

Hoffentlich kommt sie dann morgen, damit ich heute nur so oberflächlich putzen muss.

Gegen halb 4 kamen dann meine Hosts mit Hund und Kindern wieder. Irgendwie war ich erleichtert, dass wieder mehr Leben im Haus war!

Es stellte sich am Ende des Tages dann übrigens noch heraus, dass Su erst nächste Woche kommen würde.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0